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Überwiegend Zustimmung, aber auch kritische Töne

Bürgermeister Hans-Burkhard Fallmeier (Mitte) gab den Veranstaltern Holger Hübner (rechts) und Marten Pauls die Gelegenheit, in der Mehrzweckhalle über die Neuauflage des Werner-Rennens im kommenden Jahr zu informieren. Foto: Panten


„Woodstock, Werner, Wacken“, das sind für Holger Hübner die drei magischen Orte seines Lebens. Der Mitgründer des Wacken Open Airs, das in jedem Jahr 75000 Besucher in die kleine Gemeinde im Kreis Steinburg zieht, zeigte sich bei den Einwohner Versammlungen in Hasenmoor und Hartenholm emotional. Das Werner Rennen 1988 auf dem dortigen Flugplatz mit mehr als 200000 Gästen sei für ihn die Initialzündung gewesen, zusammen mit Partner Thomas Jensen das mittlerweile größte Heavy-Metal-Festival der Welt zu gründen. „Nun sollen Brösel und Holgi wieder zu Hause fahren“, sagte er.

„Werner ist authentisch, laut und ehrlich, wie wir“, betonte Hübner. Er ist stolz darauf, mit Rötger Feldmann, alias „Brösel“ sowie Holger „Holgi“ Henze auf die Protagonisten von vor 29 Jahren setzen zu können. Die alte Crew sei mit Herzblut und Feuereifer bei der Planung. So ist Feldmann dabei, das Buch „Werner 13“ zu zeichnen. Das letzte Buch stammte von 2004. „Die Rückkehr nach Hartenholm ist natürlich Bestandteil“, sagte Marten Pauls.

Pauls von Campo Event Engineering aus Hamburg ist als Organisator der Neuauflage beauftragt. Mit einem ausführlichen Vortrag stellte er das Projekt vor. Er ist mit der Genehmigungskoordination ebenso beauftragt wie mit der Kommunikation mit Anliegern, der Flächen- und Verkehrsplanung. Der Planer unter anderem von „Rock am Ring“ stellte das Konzept vor, das er auch mit rund 40 Behördenvertretern und den Bürgermeistern der Region in Hasenmoor besprochen hatte.

Vom 31. August bis 2. September kommenden Jahres soll es die Großveranstaltung auf dem Flugplatz Hartenholm geben. Das Motto: Wir fahren zu Werner – wieder nach Hause. Für den 30. August ist zum Auftakt ein „Waamlöttach“ vorgesehen, da mit der Anreise von erwarteten 50000 Besuchern bereits ab Mittwoch, 29. August, gerechnet wird. Insgesamt würden rund etwa 2500 Mitarbeiter etwa 25 Tage vor Ort sein, für Auf- und Abbau der Infrastruktur, Gewährleistung der Sicherheit auf und am Gelände, beim Verkehr bis hin zum Abfallmanagement schon während der Veranstaltungstage. Für diese würden in den Dörfern Quartiere gesucht.

Durch moderne Technik habe der Veranstalter jederzeit einen Überblick über die verkauften Karten, es gebe diese nur in Verbindung mit fest gebuchtem Platz zum Campen, und dafür seien genügend Flächen bereits gesichert. „Wer möchte, kann bei uns im Voraus zudem schon seine Getränkepaletten bestellen und vor Ort gekühlt abholen“, betonte der Hamburger Organisator. „Wir können jederzeit auf die Anforderungen reagieren.“ Alle Bedenken bezüglich der Sicherheit nehme man sehr erst, betonte Pauls. Durch ein eigenes großes Social Media Team und die Zusammenarbeit mit der Polizei habe man viele Gefahrenhinweise „auf dem Radar“. „Unsere Systeme haben eine hohe Verlässlichkeit“, sicherte der Hamburger nach einer besorgten Frage einen Bürgers zu. Das gelte auch für die Zahl der möglichen Teilnehmer. „Wenn 200000 Interesse hätten, würden wir das heute schon wissen“, hob der Veranstalter hervor.

Das Werner-Rennen soll nach seinen Worten vor allem ein großes Fest des Motorsports werden. Drugster werden starten, mit Quads gebe es einen Lauf zur Deutschen Meisterschaft, Mofa-Rennen, Crossparcours, Oldtimer-Parade und Lkw-Vorführungen seien geplant. Kinonächte, Mofaweitwurf, die Prämierung der schönsten Maschine ohne TÜV oder Traktorbulling sollen alle Altersgruppen zum Mitmachen und Zuschauen einladen. Auch spektakuläre Stuntshows sind vorgesehen. Zielgruppe für die „goile Paadie“ sind Fans, Veteranen oder Motorradclubs. „Musik kommt bei uns erst an dritter Stelle“, sagte Pauls. Vor September sei deshalb nicht mit der Bekanntgabe von engagierten Bands zu rechnen.

Nicht „in Stein gemeißelt“ ist laut Pauls die Aussage, das Rennen alle zwei Jahre durchzuführen. Erst einmal müsse die Resonanz abgewartet werden. Allerdings sei es wünschenswert, die für teure Geld installierte Infrastruktur mehr als nur einmal zu nutzen. Marten Pauls lobte den Sachverstand auf behördlicher Ebene bei seinen Gesprächspartnern: „Der könnte gar nicht größer sein“. Nach zahlreichen seiner Aussagen gab es Applaus, der sich verstärkte, als er betonte, Hartenholmer für Donnerstag und Freitag Freikarten für die Veranstaltung bekommen können, für Sonnabend und Sonntag vergünstigte Karten.

Die Versammlung in Hartenholm war eine kleine „goile Paadie“, die mehr als 300 Hartenholmer in ihrer Mehrzweckhalle feierten. „Wir sind bereit für das Werner-Rennen 2018!“ war die mit Applaus gegebene Botschaft der meisten Anwesenden. Zum Warmwerden für die Idee des „größten Rennens seit Ben Hur“ hatte Bürgermeister Hans-Burkhard Fallmeier den Veranstaltern die Gelegenheit zum Vorstellen gegeben. Der Duft nach Bratwürsten vom Grill waberte durch die Halle, das Ploppen der „Flens-Flaschen“ sorgte für einen besonderen Sound und die vielen spielenden Kinder für Bewegung zwischen den vollen Zuhörerreihen. „Das reinste Volksfest“, befand einer der Besucher.

Lange Schlangen bildeten sich am Stand mit kostenlosen Plakaten und T-Shirts, Bratwurst und „Bölkstoff“ . Wie am Ende jeder guten Party war fast alles „aus“, die Stimmung aber trotzdem prächtig. Hartenholms Feuerwehrchef Maxim Wolff sieht keine Probleme für die Abstimmung der Ablaufvorgaben. „Wir schaffen das“ ist er zuversichtlich und scheint in dieser Meinung die Mehrheit der Hartenholmer hinter sich zu haben. Den Bedenkenträgern, die das Chaos von vor 29 Jahren miterlebt hatten, hielt Wolff entgegen, dass dieses Mal Profis am Werk seien.