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Brandstiftung im Dörps- und Sprüttenhuus


Wehrführer Maxim Wolff (rechts) und sein Stellvertreter Christopher Bortz sind entsetzt über die Brandstiftung im neuen Dörps- und Sprüttenhuus. Obwohl der Brand sich kaum ausbreiten konnte und schnell gelöscht wurde, entstand ein Schaden von etwa 60.000 Euro. Foto: Panten


„Als Dummer Junge-Streich kann das nicht bezeichnet werden“. Bürgermeister Karl-Heinz Panten und die Wehrführer Maxim Wolff und Christopher Bortz sind sich einig: „Das war eine vorsätzliche Brandstiftung.“ Betroffen davon war das nagelneue Dörps- und Sprüttenhuus im Gewerbegebiet. Am hellichten Tag wurde hier im Gemeinschaftsraum ein Brand gelegt, der einen Schaden von rund 60.000 Euro verursacht hat. Dazu kommen gut sechs Wochen Renovierungszeit.

Fertig ist der schmucke Bau am Eingang zur Straße Wiesendamm. Gerade hatte ein Betrieb die Bauendreinigung abgeschlossen, die Firma Schwerdtfeger war noch mit Restarbeiten an der Außenanlage beschäftigt. Wehrführer Wolff hatte werktags gegen 12.30 Uhr das Gebäude nach einem Rundgang abgeschlossen. Gerade waren die feuerwehrroten Spinde in den Umkleidräumen für die Feuerwehrfrauen und -männer montiert worden. Die offene Küche war eingebaut, das Datum für die Einweihung konnte festgelegt werden.

Schlüssel für die beiden Türen in den mächtigen Rolltoren vor den Fahrzeughallen hatten etliche am Bau beteiligte Firmen sowie fünf verantwortliche Blauröcke. Knapp zwei Stunden später wollte auch die Firma Schwerdtfeger vom rückwärtigen Parkplatz aus in den Feierabend fahren. Den Landschaftsbauern fielen durch die Fenster ein Feuerschein im großen Raum auf. Schnell schlossen sie im Hallenbereich vorne eine der Türen auf, griffen sich Wassereimer und erstickten geistesgegenwärtig in dem völlig verqualmten Raum das Feuer.

Die alarmierte Feuerwehr rückte an, Polizei, Bürgermeister und schließlich auch die Kripo. Auf dem räumlich kleinen Brandherd glommen Pappe, Holz und Verpackungsmaterial, der Raum war schwer mit Qualm und Dämpfen kontaminiert. Eine geschmolzene Flasche Möbeloel in dem kleinen Haufen hatte wohl als Brandbeschleuniger hergehalten. „Damit hatte ich vorher in der gerade montierten Küche die Arbeitsplatte poliert,“ erzählt Christopher Bortz bei einer Ortsbesichtigung. „Da ist wohl jemand spontan auf die Idee gekommen, zu zündeln“, vermutet der stellvertretende Wehrführer.

Ein Gutachter der Versicherung und Experten eines Fachunternehmens zückten für den Schadensfall den Stift und kamen auf eine Riesensumme: 60.000 Euro wird es kosten, die Schäden zu beheben. In der beim Feuer laufenden Lüftungsanlage müssen Regler und Filter gewechselt, alle Rohrleitungen gereinigt und die Akustikplatten gewechselt werden. Dazu kommen Neuanstriche bei den Wänden, Reinigung der Möbel, Teilaustausch des Fußbodenbelags – und auch das Auswechseln der Schlösser an beiden Zugangstüren. „Der Täter kann nur dort durchgekommen sein“, betont Wehrführer Maxim Wolff.

Viel Geld hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren in die Ausstattung für die Feuerwehr gesteckt. Für 320.000 Euro wurde im vergangenen Jahr ein Löschfahrzeug 20 gekauft, der Bau des Dörps- und Sprüttenhuus‘ kostet gut 1,7 Millionen Euro. An Zuschüssen sind 450.000 Euro zugesagt. „Für Mitte Juni war der Umzug geplant“, sagt die Leitung der Feuerwehr. Das wird sich wohl jetzt auf die Zeit nach den Ferien verschieben. An dieser Verzögerung hängt auch die weitere Verplanung des bisherigen Feuerwehrhauses am Timm-Schott-Weg. Hier soll eine Energiezentrale für alle umliegenden Gebäude der Gemeinde eingerichtet werden. Mehrzweckhalle, Dorfhaus, Feierabendwohnheim und auch das in Planung befindliche Sportlerheim sollen hier zentral angeschlossen werden.

„Bei all diesen großen Projekten in der Gemeinde ist der unverständliche Vandalismus nicht zu begreifen“, hebt Bürgermeister Karl-Heinz Panten hervor. Er mag sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn das Feuer abends gelegt worden wäre. Aber auch so ist er mehr als beunruhigt über Vorgänge rund um das Gewerbegebiet. Nach dem Brand war das Siegel der Polizei aufgebrochen worden, einem Handwerker wurde aus seinem Container Werkzeug gestohlen und bei einem anderen Neubau in dem Gebiet ebenso. Dazu kommt im gleichen Zeitraum das Abmontieren von Kupferrohren am benachbarten Waldkindergarten. Hier wurden die Diebe aber wohl vor dem Abtransport gestört.

Enttäuscht ist die Wehrspitze darüber, wie auch ihr hoher zeitlicher Einsatz für Bauplanung, Ausschreibungen oder Eigenleistungen durch diese Tat missachtet wird. „Die Stunden, die wir in dieses Projekt gesteckt haben, sind gar nicht zu zählen“, merkt Christopher Bortz an, der sich mehr Wertschätzung wünschen würde.