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Starke Worte gegen Hass und Intoleranz


Die Konfirmanden Jannis (v.l.), Tjark und Frederike trugen gemeinsam mit Pastorin Manuela Zschaubitz Aussagen gegen Krieg, Vertreibung und Intoleranz vor. Foto: Panten


„Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen“, zitierte Bürgermeister Karl-Heinz Panten beim Volkstrauertag den Inder Mahatma Gandhi. An der Emmauskirche gedachten rund 60 Menschen der Opfer der Weltkriege und des Nationalsozialismus, der Opfer von Flucht, Vertreibung und Bürgerkriegen weltweit. Der Satz Gandhis dokumentierte sich in der Anwesenheit etlicher junger Leute bei dem Gedenken und in deren Wortbeiträgen. Als Vertreter der Kinder- und Jugendvertretung der Gemeinde legten Linus und Linnea Schwetje sowie die Bürgermeister Panten und Wilhelm Hasenkamp Kränze an den Erinnerungstafeln nieder.

Pastorin Manuela Zschaubitz hatte beim Gottesdienst in der Kirche für den Frieden bereits gemahnt, dass jeder aufgerufen sei, angesichts der weltweit ausgetragenen kriegerischen Auseinandersetzungen ein Zeichen dagegen zu setzen. Daran knüpfte der Bürgermeister an, der vor dem Gotteshaus daran erinnerte, dass Zahlen von Millionen Betroffener immer auch das Schicksal einzelner Menschen, ihrer Familien und Freunde bedeuten. Auf der Tafel aus dem ersten Weltkrieg beispielsweise sind fünf Männer zwischen 20 und 27 Jahren aufgeführt, die alle den Namen Rohlf tragen. „Auch wenn sich kaum noch jemanden an die Einzelnen erinnert, wird es in diesen Familien noch Spuren der Trauer um sie geben“, betonte Panten und nannte auch für den zweiten Weltkrieg Beispiele. Vermisst wurden beispielsweise jeweils zwei Mitglieder der Familie Schnell und Wrage. Letztere beklagte zudem noch einen weiteren Gefallenen. Der jüngste getötete Soldat war gerade einmal 19 Jahre alt.

Darauf gingen auch Linus und Linnea ein, die ihre eindrucksvollen Gedanken zu einem friedlichen Miteinander engagiert vortrugen. Linus betonte, dass er das, was er im Geschichtsunterricht über den Krieg gelernt habe, kaum in Worte fassen und sich die Gräuel nicht vorstellen könne. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie Menschen andere Menschen als niederträchtig oder weniger wert bezeichnen konnten“, betonte der Jugendvertreter. Realität sind für ihn jedoch die aktuellen Bedrohungen weltweit wie Hass, Rassismus und der Klimawandel. Dessen Auswirkungen führten zu Armut und flucht und zu Spannungen zwischen Völkern, die zum Krieg führen können. Linus bedankte sich bei Erwachsenen, dass sie ihn in dem Weltbild erzogen hätten, dass jeder Mensch gleich viel wert ist.

Auch Linnea ist in der Kinder- und Jugendvertretung aktiv. Sie sprach von dem großen Glück, den Menschen in Deutschland haben. „Uns fehlt es an nichts, wir werden alle satt und haben ein Dach über dem Kopf“, betonte sie in ihrer Rede. Sie erinnerte an Terrororganisationen wie den IS, der in Syrien und dem Libanon Menschen verfolge, die nicht ihre Ansichten teilen. „Wir haben es alle gleichermaßen verdient ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein“, hob sie hervor und schlug vor, dass jeder für sich im Klassenzimmer oder am Arbeitsplatz einsetzen soll, das die Welt nicht von Hass und Misstrauen regiert wird.

Auch die Konfirmanden Frederike, Jannis und Tjark trugen Aussagen gegen Krieg, Vertreibung und Intoleranz vor. Sehr anrührend war der von Malena und Benjamin Liebe vorgetragene Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“, der ein Teil aus dem Großen Zapfenstreich ist. Das junge Paar hat sich bei der Musik kennengelernt. Er leitet die Jagdhornbläser in Hartenholm, sie musiziert im Feuerwehrmusikzug. Einige waren sich Jung und Alt bei dieser Gedenkfeier: dass ein Leben mit Toleranz gegenüber anderen Religionen, Hautfarben und Kultur Voraussetzung ist für eine friedlichere Welt und ein soziales Miteinander. „Es ist wichtig, dass wir jedes Jahr mindestens einmal daran erinnert werden, wie grausam Menschen sein können“, betonte Linus Schwetje.