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Herzlichen Glückwunsch, Bärbel!


Manuela Mertens (v.l.), Kornelia Drewke, Britta Paetz und Annegret Trottenburg freuen sich über das 25-jährige Jubiläum ihrer Chefin Bärbel Pohlmann (2.v.l.). Foto: Panten


Wenn im Dorf der Satz fällt: „Ich muss noch schnell zu Bärbel“, weiß jeder, wer und was gemeint ist. Bärbel Pohlmann ist zusammen mit ihrem Edeka Frischemarkt an der Dorfstraße ein Begriff in Hartenholm. Und das seit 25 Jahren. Seit dem 1. September 1994 führt sie die Fleischabteilung des Geschäftes, genau vier Jahre später übernahm sie den gesamten Supermarkt mit seinen gut 120 Quadratmetern Einkaufsfläche mit Getränkemarkt, Frischfleischabteilung und seit 2002 auch mit dem Verkauf von Postwertzeichen und der Lottoannahmestelle.

Während die Senioren des Dorfes sich noch gut an den früheren Sparmarkt von Gerda und Werner Köck erinnern und den späteren Edeka Markt mit Werner Oldenburg an gleicher Stelle sowie den Krämerladen am Dorfplatz bis Mitte der 1990er Jahre erinnern, denken Jüngere überwiegend an ihre ersten Lutscher, die sie bei Bärbel kaufen konnten. Noch heute ist es möglich, eine kleine Naschitüte für Centbeträge zu füllen, die stolz von kleinen Fingern aus den Taschen gekramt werden.

Bärbel Pohlmann wurde 1964 als Hartenholmerin geboren. In ihrer Familie wuchs sie in einem Haushalt auf, in dem sich alles um gutes Fleisch und Wurst drehte. In dritter Generation führen mittlerweile die Brüder Bernd in Hartenholm den Betrieb und Uwe die Ross-Schlachterei in Hamburg fort. Bärbel Poggensee lernte ab Ende der 1970er Jahre bei Schlachter Schmidt in Kaltenkirchen und arbeitete später in der Stadtschlachterei Lehmann in Bad Segeberg. Das sind Betriebe, die heute noch einen sehr guten Namen haben bei älteren Verbrauchern.

Bei ihren Mitarbeiterinnen kann sich Bärbel Pohlmann auch auf deren Qualifikation verlassen. Britta Paetz ist seit 22 Jahren und Manuela Mertens seit 21 Jahren in der Fleischereiabteilung tätig. Als Fachverkäuferinnen verstehen sie nicht nur das Handwerk rund um die Behandlung des Fleisches, sondern auch die Zubereitung verschiedener Spezialitäten. Salate werden zum Teil selbst hergestellt, die Frikadellen gehen meist noch warm über die Kühltheke, und der wöchentliche Suppentag gehört außer im Hochsommer für viele Hartenholmer zum Küchenplan. Annegret Trottenburg wird im Oktober in den Ruhestand gehen, Kornelia Drewke ist seit dem Frühjahr bei Edeka Pohlmann beschäftigt.

Wie lange es für sie selbst noch weitergehen wird, macht Bärbel Pohlmann von den Kunden abhängig. Sie weiß, dass sie mit größeren Supermärkten vom Angebot her kaum mithalten kann. In der Hierarchie beim Lebensmittelgiganten Edeka steht ihr Geschäft ganz unten. So kleine Läden werden kaum noch beliefert, auch gebe es nicht alle Sonderpreise für sie. „Aber wir punkten mit Bedienung und Frische“, sagt die Ladeninhaberin selbstbewusst. „Hier gibt es noch persönliche Schnacks“, sagt Britta Paetz und ihre Kollegin Manuela Mertens fügt hinzu, dass kaum einer der Kunden ihren Nachnamen kenne. „Für fast alle bin ich Manuela“, sagt sie lächelnd. Sie selbst versucht immer, sich die Namen ihrer Kunden schnell zu merken.

Die Gemeinschaft in ihrem Frauenladen sehen die Mitarbeiterinnen positiv. „Es ist lustig und unkompliziert mit der Chefin“, betonen sie übereinstimmend. Diese gute Stimmung versuchen sie auf ihre Kundschaft zu übertragen. Und so war es selbstverständlich, dass während des letzt- und diesjährigen Wernerrennens die Öffnungszeiten etwas lockerer zu sehen, um den Bikern noch Wünsche zu erfüllen. Die Frikadellen waren dabei natürlich wieder der Renner. „Solche Tage machen sich dann schon sehr positiv in der Kasse bemerkbar“, gibt Bärbel Pohlmann zu. Über die Jahre hinweg sei doch Kundschaft weggebrochen. „Die Senioren standen sonnabends früher immer schon um 7 Uhr vor dem Geschäft“, erinnert sie sich schmunzelnd. Die Einkaufszeiten hätten sich stark verlagert, da könne sie kaum mithalten.

Um der wachsenden Familie, zu der jetzt auch der kleine Enkelsohn gehört, mehr Zeit geben zu können, hat Bärbel Pohlmann vor einiger Zeit neben dem kompletten Montag auch den Nachmittag des Donnerstags als Betriebszeit gestrichen. Aber „Beine hoch und faulenzen“, gibt es für die Marktchefin nicht. Denn auch ein kleines Geschäft erfordert großen Einsatz bei Einkauf, Personalwesen, Schriftverkehr, Buchführung, Logistik oder Pflegearbeiten. Und für die Hartenholmer, Hasenmoorer oder Struvenhüttener bleibt noch genügend Zeit, um zu sagen: „Ich muss noch schnell zu Bärbel.“