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Das Chaos wiederholte sich nicht


Foto: Presseabteilung Werner-Das Rennen


„Das war eine goile Paadie“. Die Fans von Werner, Brösel, Holgi, Santiano, Torfrock und Otto waren sich einig: Die Neuauflage nach 30 Jahren auf dem „Fluchplatz Haatenholm“ in Hasenmoor ist gelungen. Rund 50000 Menschen feierten vier Tage ein friedliches Fest mit 80 Bands und Musikgruppen, mit verwegenen Motorsportlern sowie zahllosen Helfern und Organisatoren, die das Ganze fest im Griff hatten. Und mit dem Sieger Rötger „Brösel“ Feldmann, der dieses Mal nach 200 Metern mit seiner Horex in 10,08 Sekunden seinen Gegner Holger „Holgi“ Henze in seinem roten Porsche abhängte. Während Brösels Maschine mit den vier hintereinander geschalteten Motoren wie eine Rakete abging, drehten die Reifen des Porsche beim Start etwas durch, und Henze konnte die entstandene Lücke bei der kurzen Strecke nicht mehr zufahren.

Motorsport gut eingebunden

Die beiden Gemeinden versanken 1988 beim ersten Werner-Rennen noch im Chaos und die damals geschätzten 200000 Besucher hinterließen Müllberge, verbrannte Erde und jede Menge Fäkalien. Veranstalter Holger Hübner (HoHa Hanseatic) war selbst vor 30 Jahren auf dem ersten Werner-Rennen dabei und stellte bei einer Pressekonferenz nach dem Rennen fest: „Diese Leute sind authentisch, ehrlich und laut. So sind wir auch, das passt.“ Hübner hatte mit seinem Team um Veranstaltungsleiter Marten Pauls und Projektleiter Basti Ohrtmann eine Werner-Nostalgie aus dem Nichts geformt und gleichzeitig durch vielfältige Motorsportveranstaltungen neue Fans angelockt. „Wir fahren wieder zu Werner nach Hause nach Haatenholm“, wurde versprochen. Freunde der Comicfigur mit Kultstatus folgten der Einladung. Zelte, Caravans oder Hütten wurden rund um Hasenmoor und Hartenholm bezogen, mit allem, was Rädern hat, herumgekurvt. Da war eine Badewanne mit Handschaltung ebenso zu bewundern wie ein Achtsitzer mit Biertresen, einrädrige Rennfahrzeuge mit zwei Kufen wetteiferten auf der Strecke ebenso wie Rasenmäher, Crossfahrer oder Stockcarpiloten.

Tiefenentspanntes Fest

Lokalkolorit brachten nicht nur die Helfer von DRK, Polizei und Feuerwehr aus dem Kreis Segeberg, sondern mit dem Feuerwehrmusikzug Hartenholm und der Band Dead Shepherd auch zwei regionale Gruppen. Die Musiker im blauen Rock eröffneten das Spektakel mit „Beinhart“, dem Torfrock-Song zur Werner-Story. Bandleader Claus Popp hatte mit seinen Musikanten natürlich ein Hardrock-Medley ebenso im Programm wie die Hymnen „Smoke on the water“ oder „Highway to hell“. Fast vollständig waren die Feuerwehrmusiker mit dem Bigband-Sound zu den beiden Konzerten auf der Bühne vertreten. Verstärkung hatten sie noch kurzfristig durch Schlagzeugerin Maike Fraikin aus Bad Bramstedt bekommen. Die 19-jährige Auszubildende ist mit einigen aus der Gruppe bekannt. Nach einer Schnupperprobe ist sie eingestiegen und fand die beiden Auftritte von tausenden Zuhörern „ganz schön cool“. Der Jubel der Zuhörer war einhellig. Ganz vorne an der Bühnenabsperrung stand einer der wohl ältesten Besucher des Festivals, der 91-jährige Siegfried Kenner. Er war selbst einmal Drummer des Musikzuges und gehörte zu den vielen Fans, die aus dem benachbarten Hartenholm auf das Flugplatzgelände gekommen waren.

Einhellig bewerten die offiziellen Stellen von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Deutsches-Rotes-Kreuz das Event als „sehr ruhige, friedliche Veranstaltung“. Zwar habe die Polizei manchmal „Guck mal da, Bullen“ gehört - Worte echter Werner-Comic-Fans, aber neben der Feststellung „vieler Trunkenheitsfahrten“ - insgesamt 29, sei das so gut wie das einzige gewesen. „Ein ruhiger Einsatzverlauf“, sagte Einsatzleiter Jochen Drews.

Eröffnung mit „Beinhart“

Torsten Ridder als Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Kaltenkirchen-Land sprach lobende Worte bei der Pressekonferenz nach Ende der Veranstaltung. Gerade beim Thema Lärm habe er immer mal auf die Uhr geguckt und festgestellt: „Auf den Bühnen endete die Musik immer wie abgesprochen um Mitternacht. Ich bin selbst Musiker, das habe ich noch nicht erlebt. Da sind Profis am Werk.“ Tim Mielke von der Feuerwehr Hasenmoor nennt das Festival sogar eine „tiefenentspannte Veranstaltung“, bei der 440 Feuerwehrleute insgesamt und immer 80 Feuerwehrleute anwesend waren. Bei der Feuerwehr wie auch beim DRK, wo 55 hauptberufliche Einsatzkräfte und 285 ehrenamtliche aus dem ganzen Bundesgebiet mitgeholfen haben, ist die Bewertung positiv. Die Helfer des Roten Kreuzes hatten neun Tage in der Mehrzweckhalle campiert und den Festplatz sowie die Plätze vor der Halle mit ihren Fahrzeugen belegt. Bürgermeister Karl-Heinz Panten, der jeden Tag mit dem Fahrrad mehrmals im Ort unterwegs war, lobt die Organisatoren für die gute Arbeit. Leidglich zwei Gullydeckel fehlten an einem Morgen, tauchten dann aber wieder auf, nachdem eine Fachfirma gerufen worden war. „Auch der Pegel der Lautstärke hielt sich in unserem Dorf in Grenzen“, betonte der Bürgermeister und freute sich, dass sich die Negativerfahrungen des Festes vor 30 Jahren nicht wiederholt haben. Ob es zu einer erneuten Revanche der Rennbeteiligten kommen wird, ließ Holger Hübner bei der Abschlusskonferenz offen. Das sollten die Protagonisten entscheiden, betonte er. Die bei manchen Hartenholmern und Hasenmoorern geäußerten Bedenken im Vorfeld des Rennens dürften sich nach dem „größten Rennen seit Ben Hur“ und mit der Rückkehr Werners nach „Haatenholm“ reduziert haben.

Fotoalbum Werner Rennen 2018 (Quelle: Presse-Stelle Werner - Das Rennen)