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Tempo und Charakter einfordern

Foto Trompeten: Beim rasanten Trompeten Express des Feuerwehrmusikzuges Hartenholm spielten Björn Gerken (von links), Britta Ehrenberg und Martin Hahner als Dreigestirn die drei Solostimmen. Foto: Panten


Blinkende Instrumente und ihr strahlender Ton: Die Mitglieder des Feuerwehrmusikzuges Hartenholm stellten ihr Jahreskonzert in der Gerhard-Lawerentz-Mehrzweckhalle unter das Motto „Himmel, Sterne und Traummelodien“. Und die rund 130 Gäste waren von der vielfältigen musikalischen Unterhaltung so angetan, dass sie durch ihren Applaus im Stehen gleich mehrere Zugaben erklatschten.

Musikzugleiter Meinert Schweim, seit 35 Jahren im Amt, betonte, dass die Gemeinschaft von Zuhörern und Musikern in einem Konzert ein ganz einmaliger Himmel sein könne mit Sternen unterschiedlichster Art. Auch jeder Zuhörer sei ein individueller Stern. Einige der Himmelkörper leuchteten an diesem Abend besonders glänzend: die Solisten unter den Musikern, aber auch der musikalische Leiter Claus Popp, der ein so abwechslungsreiches Programm mit seinen Damen und Herren eingeübt hatte, dass jedes Musikgenre vertreten war.

Das Repertoire reichte von Märschen wie „Gruß an Kiel“ über den Glenn Miller Sound „St. Louis Blues“ oder einen Fandango (spanischer Tanz) bis hin zu dem eigentlich gern auf Dudelsäcken gespielten „Highland Cathedral“, das von zwei Deutsche geschrieben, fast zur schottischen Nationalhymne geworden ist. Die gut 20 Bläserinnen und Bläser im Alter zwischen 20 und 75 Jahren spielten dieses Stück so stimmgewaltig und melodiös, dass die Blasinstrumente ohne Probleme auch einen riesigen Konzertsaal zum Beben gebracht hätten.

Durch das Programm führte Orchestermitglied Bernd Mähler mit ruhiger Stimme und zahlreichen kundigen Erläuterungen. So erzählte er unter anderem, warum Bandleader Claus Popp in 20 Jahren aus der Musikgruppe ein so gutes Ensemble geformt hat: „Er fordert Tempo und Charakter der Stücke ein“, betonte Mähler. Und da Claus Popp Perfektionist sei, feile er immer wieder am Sound. Das bestätigte auch Bürgermeister Hans-Burkhard Fallmeier. „Unser Feuerwehrmusikzug macht uns stolz“, sagte er und gab ein kleines Ranking ab: „Im Amt die Nummer 1, im Kreis an der Spitze und im Land mindestens unter den besten zehn Orchestern“. Die Zuhörer stimmten mit viel Beifall zu.

Die Themen der Musikstücke waren breit gefächert. Solistin Britta Ehrenberg beispielsweise gab mit ihrem Althorn den Gefühlssong „He ain’t heavy he‘s my Brother“ der „Hollies“ einen warmen Klang. Bei „Mr. Sandman“ erfuhren die Gäste, dass dieser nicht nur für den Schlaf angerufen wird, sondern in den USA gern auch von jungen Frauen gebeten wird, ihnen den Traummann zu schicken. Marlena Sell, Andreas Ahrens, Yannic Schuster und Martin Hahner glänzten als Solisten in diesem Stück von 1958, das die Gruppe The Chordettes berühmt gemacht hatte.

Mutig trauten sich zwei Tanzpaare zu einem Walzer Potpourri von Johann Strauß auf das Parkett und wurden ebenso wie die Musiker mit viel Applaus belohnt. Claudia Popp und Klaus Liebe glänzten durch ihr Spiel auf der gewaltigen Tuba. Das Stück „Wandrin Star“, gesungen in der Basslage von Lee Marvin, wurde von Bernd Schiller mit dem Baritonsaxofon perfekt begleitet. Und als Dreigestirn sorgten Britta Ehrenberg, Björn Gerken und Martin Hahner in drei unterschiedlichen Stimmen mit ihren Trompeten für rasantes Tempo, das vom Orchester spielend aufgenommen wurde.

Auch das Potpourri aus dem Film „Brassed Off“ war ein Glanzstück des Programms. Die Geschichte der Bergarbeiterkapelle aus England wurde musikalisch erzählt und endete mit dem zuversichtlichen und mitreißenden „Land of Hope and Glory“. Das begeisterte Publikum war sich einig in seiner durchgehend positiven Resonanz auf die wunderbare Musik. Amtswehrführer Thomas Amend fasste zusammen: „Das war ein ganz besonders glänzendes Konzert“.